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Test: Colorfly Pocket-HiFi-Player

Ich möchte gar nicht wissen, wie viele MP3-Player es heutzutage gibt.
Mittlerweile spielen die auch Videos, sind aber allesamt nichts für den anspruchsvollen
Musikhörer. Echtes HiFi für unterwegs, das wäre was.
Alternativprogramm .Es muss ja nicht immer ein iPod sein. Ganz besonders, wenn man es vorzieht, sich nicht auf ganz bestimmte, vom Hersteller vorgegebene
Tonformate einschränken zu müssen.So hübsch und praktisch so ein Apple-Handheld
auch ist, er will nur die Apple-eigenen Formate akzeptieren (die rühmliche Ausnahme ist MP3) und unterstützt selbst die nur bis zu einer bestimmten Qualitätsstufe. Mehr als 48 kHz in 16Bit will er einfach nicht verdauen. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, dass es einige Leute gibt, die etwas mehr wollen.
Sonderstatus Der Colorfly Pocket-HiFi-Player ist im Prinzip genau das Gegenstück zu
einem iPod, denn er spielt jede Menge Tonformate ab, verweigert andererseits
konsequent das Abspielen von Apple Lossless und AIFF.Für die PC-User
unter uns ist das sicher kein Hindernis. Das Besondere an ihm ist jedoch sein lobenswerter

Anspruch, echtes und hochwertiges HiFi ins Taschenformat zu packen. So spielt er nicht nur gängige Aufl ösungen in CD-Qualität, sondern unterstützt Dateien in bis zu 192 kHz und 24Bit.Die muss man derzeit noch ins WAV-Format konvertieren, um sie abspielbar zu machen, ein Firmware-Update soll das in Bälde auch mit FLAC ermöglichen.
Die beste Verbindung zur Anlage ist der Umweg über einen externen D/A-Wandler per
elektrischem Digitalausgang, ansonsten muss ein „Klinke-auf-Cinch“-Adapter herhalten.
„Andersrum“ funktioniert er aber auch: Der Digitaleingang macht möglich, dass man ihn auch als portablen D/A-Wandler nutzen kann.Handling Die Bedienung ist sicher nicht so
intuitiv wie man es sich erhofft hätte. Man gewöhnt sich ja an alles, aber manchmal dauert‘s ein wenig, bis man sich zum gewünschten Song gehangelt hat.
Das Design ist in meinen Augen eine Sache für sich: Die Holzwanne, in der der Player liegt,
ist penibel sauber gefertigt, mit hübschen Gravuren versehen und untermauert so den highendigen Anspruch des Colorfly. Das, was der Bediener des Ganzen während der Navigation betrachtet ist wiederum – old school. Ja, ich glaube, so kann man das nennen. Sogar ein Schiebepotenziometer für die Lautstärke ist drauf, ansonsten bedient man den Colorfl y über ein Tastenkreuz.
Innen drin sieht‘s hochwertig aus. Keine Frage,das ist einer der wenigen portablen Player,
bei dem klangliche Aspekte im Vordergrund stehen. Mit einem ordentlichen Satz Kopfhörer
holt man aus dem Colorfl y jedenfalls Töne heraus,wie man es sonst nur im „stationären“ Hi-Fi-Bereich kann. Da kann man über die Ecken und Kanten hinwegsehen, wenn man mit dieser klanglichen Performance belohnt wird.


Christian Rechenbach